Keine generelle Aufklärungspflicht des Zahnarztes über Zahnkorrektur durch eine Spange

OLG Koblenz, 15.05.2013, 5 U 423/13

 

Ein Zahnarzt muss nicht generell den Patienten ungefragt erläutern, welche verschiedenen Behandlungsmethoden in Betracht kommen. Der Arzt muss nur eine Therapie anwenden, die dem Standard genügt. Er ist jedoch verpflichtet, auf adäquate zielführende Alternativen aufmerksam zu machen, die sich in ihren Belastungen, Risiken und Erfolgschancen wesentlich unterscheiden. Der Zahnarzt muss eine deutlich über 40 Jahre alte Patientin mit einer nur optisch beeinträchtigenden Fehlstellung der Schneidezähne nicht über die Möglichkeit der Zahnkorrektur durch eine Spange aufklären, da es sich nicht um eine ernsthaft in Betracht kommende, zahnmedizinisch erfolgversprechende Behandlungsalternative handelt.