Aufklärung über echte Behandlungsalternativen

OLG Hamm, 07.10.2013, 3 U 109/11

Die Wahl der Behandlungsmethode ist primär Sache des Arztes. Nur wenn es mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Behandlungsmethoden gibt, die wesentlich unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen aufweisen, besteht eine echte Wahlmöglichkeit für den Patienten. In diesem Fall muss dem Patienten nach entsprechend vollständiger ärztlicher Aufklärung die Entscheidung überlassen bleiben, auf welchem Wege die Behandlung erfolgen soll und auf welches Risiko er sich einlassen will. Die Pflicht zur Selbstbestimmungsaufklärung ist Nebenpflicht des Behandlungsvertrags und Ausfluss der Garantenstellung des Arztes. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn eine Operation durch eine konservative Behandlung vermieden werden kann.