Schilderung des gewöhnlichen Gesprächsinhalts kann unter Umständen für den Nachweis einer sachgemäßen Patientenaufklärung genügen

OLG Koblenz, 08.05.2013, 5 U 1536/11

 

Ist der Aufklärungsbogen, der dem Patient vor einer Operation ausgehändigt wurde, abhanden gekommen, kann der beweispflichtige Arzt eine sachgemäße Aufklärung trotz fehlender konkreter Erinnerung durch Schilderung des gewöhnlichen Gesprächsinhalts in derartigen Fällen nachweisen, sofern eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass davon im konkreten Behandlungsfall nicht abgewichen wurde. Maßgeblich ist eine Gesamtwürdigung aller Umstände des jeweiligen Einzelfalls. Eine Aufklärung ist bei einer alternativen Behandlungsmethode erforderlich, wenn sie gleichwertig und damit medizinisch sinnvoll ist und sie sich in ihren Belastungen, Risiken und Chancen unterscheidet. Dann muss dem Patienten die Gelegenheit gegeben werden, selbst zu prüfen, welche der nebeneinander zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in seiner persönlichen Situation vorzugswürdig ist.