Zum Anscheinsbeweis in Arzthaftungsprozessen

OLG Naumburg, Beschluss vom 11.12.2013, Az.: 1 U 114/13

 

Ein Anscheinbeweis in Arzthaftungsprozessen setzt - wie in anderen Rechtsgebieten auch - einen typischen Geschehensablauf voraus. Wegen der Verschiedenartigkeit der Abläufe im menschlichen Organismus und dessen oft nicht vorhersehbaren individuellen Reaktionen kann aber häufig gerade keine Verlaufstypizität festgestellt werden. Dem Anscheinsbeweis in Arzthaftungsprozessen kommt daher nur eine geringe Bedeutung zu. Liegt bei einem Schlaganfallpatienten ein sogenannter stummer Infarkt vor, sodass zunächst gerade keine Symptome ersichtlich sind, besteht auch keine Veranlassung zu irgendeiner Befunderhe­bung.