Prozentangaben über Risiko und Erfolgsaussichten eines beabsichtigten Eingriffs im Aufklärungsgespräch nicht zwingend

KG Berlin, Urteil vom 09.12.2013, Az.: 20 U 107/12

 

Der Patient ist zur Wahrung seiner Selbstbestimmung vor einem beabsichtigten Eingriff über den Verlauf des Eingriffs, die Erfolgsaussichten, die Risiken und die Behandlungsalternativen "im Großen und Ganzen“ aufzuklären. Ausreichend ist die Mitteilung, dass die Operation trotz aller ärztlichen Kunst dazu führen kann, dass sich die Beschwerden nicht verbessern, sondern sogar verschlimmern. Über das Risiko und die Erfolgsaussichten muss nicht zwingend unter Angabe konkreter Prozentzahlen oder Mitteilung evtl. erhobener Statistiken aufgeklärt werden. Eine genauere Mitteilung kann angezeigt sein, wenn keine absolute Indikation sondern „nur“ eine relative Indikation für den Eingriff vorliegt. Ferner kommt es auf die Relation zwischen den Risiken des Eingriffs und der Größenordnung der Heilungschance an.