Kosten einer Immmuntherapie mit dendritischen Zellen muss private Krankenversicherung nicht erstatten

OLG Köln, Urteil vom 10.01.2014, Az.: 20 U 71/12

 

Zur Behandlung eines malignen Melanoms hat sich in der Praxis die dendritische Zelltherapie noch nicht ebenso erfolgversprechend bewährt wie die Applikation von Interferon. Die private Krankenversicherung ist daher insoweit nicht kostenerstattungspflichtig. Die dendritsche Zellherapie ist keine Behandlungsmethode, die von der Schulmedizin überwiegend anerkannt ist. Die sogenannte "Schulmedizinklausel" in den AVB-G ist - unter Zugrundelegung des Verständnisses eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers - dahin zu verstehen, dass Kosten für schulmedizinisch nicht überwiegend anerkannte Methoden oder Arzneimittel dann erstattet werden, wenn sie über eine gewisse Dauer ("sich bewährt") eingesetzt worden sind und Erfolge vorweisen können ("Erfolg versprechend"), die denjenigen Erfolgen, die mit überwiegend anerkannten schulmedizinischen Methoden oder Arzneimitteln erzielt wurden, gleichstehen.